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Ratgeber Friedhof

Die möglichen Bestattungsformen haben sich in den letzten Jahren vervielfältigt. Neben der traditionellen Beerdigung in Sarg oder Urne auf den Friedhöfen stehen heute auch Mausoleen, Grabeskirchen oder sog. Naturbestattungen (See-, Alm- oder Waldbestattung) zur Auswahl. Auf den Friedhöfen gibt es Anonyme Grabfelder, Aschestreufelder, Urnengemeinschafts-gräber und Memoriam-Gärten.

Trauerkonventionen wie Grabbesuch und Trauerfeier sind den meisten Menschen auch heute noch oder gerade heute wieder sehr wichtig. An erster Stelle durch alle Generationen steht nach wie vor der Wunsch nach einer Grabstätte auf der der Name des Verstorbenen steht. Einer Forsa-Umfrage nach können es sich nur 3 % der Befragten 18 – 29 jährigen vorstellen anonym beerdigt zu werden.

Die Auswahl der Bestattungsform ist immer eine sehr persönliche Entscheidung. Sie sollte aber auf jeden Fall mit den Angehörigen und Freunden besprochen werden.
Man sollte bei der Wahl bedenken, dass die Hinterbliebenen, Familie, Freunde, Kollegen das Grab als Platz zum Trauern, Gedenken, zum Treffen brauchen um den Verlust zu verarbeiten.

Ältere Menschen sind oft von dem Gedanken geleitet, ihre Hinterbliebenen nicht mit der Grabpflege zu belasten. Tatsächlich ist es aber häufig so, dass die Angehörigen gerade diese Aufgabe für die Trauerbewältigung brauchen. Diese Arbeiten und Rituale an diesem letzten kleinen Garten spenden Trost und tun der Seele gut. Ganz nebenbei werden auf den Friedhöfen vor Ort soziale Kontakte gepflegt und neue Bekanntschaften geschlossen, sodass der Trauernde auch hierbei ganz natürlich Unterstützung erfährt.

Die in den letzten Jahren geschaffenen Friedwälder liegen in der Regel weit draußen vor der Stadt. Die Anfahrt mit Bus oder Bahn ist oft nicht möglich. Blumen dürfen am Grab nicht abgelegt werden, das Aufstellen von Kerzen ist wegen der Waldbrandgefahr verboten. Mausoleen, Grabeskirchen oder Kolumbarien fehlt die tröstliche grüne und blühende Atmosphäre. Darüber hinaus fehlt der gesamte ökologisch günstige Aspekt, der von einem parkartigen Friedhof in der Stadt ausgeht.

Möchte man gerne für sich und seine Angehörigen eine traditionelle Grabstätte haben und die Hinterbliebenen wohnen weiter weg oder können sich aus anderen Gründen nicht um das Grab kümmern, so kann eine Friedhofsgärtnerei mit der Pflege betraut werden. Die gewünschten Leistungen können auch schon zu Lebzeiten in einem Dauergrabpflege-Vertrag festgelegt werden. Die Ausführung des Vertrags wird hierbei durch eine Treuhandstelle überwacht.

Alternativen zum traditionellen Grab bieten hier in Bonn die Urnengemeinschaftsgräber (Nord- und Südfriedhof) oder der Memoriam-Gärten auf dem Zentralfriedhof in Bad Godesberg. Hier gibt es ein grünes Grab mit Blumenschmuck, einen Grabstein mit Inschrift und die Grabpflege ist für die gesamte Ruhezeit gewährleistet. Die Kosten werden auf alle Beteiligten der Ruhegemeinschaft umgelegt und damit niedrig gehalten. Nähere Informationen über Dauergrabpflege, Urnengemeinschaftsgräber und Memoriam-Garten erhalten Sie bei der Friedhofsgärtner-Genossenschaft Bonn, Tel.: 0228 67 26 55.
(Text: Hans W. Möhle)